HEART & BRAIN – MUSIK PC

Heart & Brain - Musik PC
Heart & Brain - Musik PC

Nicht nur beim Aufnehmen ist der Computer essentiell wichtig. Auch Live bietet der PC als Zentrale Steuereinheit vielfältige Möglichkeiten und kann nicht nur Musik abspielen. 🙂 Er kann zum Herz deines Setups werden. Als Sequenzer steuert er Backing-Tracks, weitere Stimmen und Effekte ganz automatisch in time! Zusätzlich lässt sich etliches Equipment einrichten (z.B. ein Line 6 Helix). Du siehst, an einem PC führt früher oder später auch als Musiker kein Weg vorbei. Selbstverständlich kannst du deinen bisherigen Rechner dafür verwenden. Aus Speicher-, Sicherheits- und Bequemlichkeits-Gründen kann sich allerdings ein separater PC lohnen.

Die Auswahl ist groß – Mac, Laptop oder Desktop-PC. Zunächst einmal macht es de facto keinen Unterschied, ob du dir einen Mac oder Windows PC holst. Hier gilt, gönne dir das, was dir am Liebsten ist. Auf irgendwelche Bedienungs-, Sicherheits-, Design-, Preis- und alle sonstigen Diskussionen will ich hier gar nicht eingehen. Das ist wie in der Ehe – Diskussionen sind oft müßig und wirklich unnötig. 😉 Mache, was dir gefällt. Und hier liegt eben auch der Unterschied zur Ehe. 🙂 Wo es allerdings sehr wohl einen Unterschied gibt, ist die Frage nach Desktop oder Laptop. Ein neuer Laptop reicht von der Geschwindigkeit aus. Aber er ist nur bedingt aufrüstbar. Solltest du riesige Soundlibraries verwalten, zig Programme gleichzeitig geöffnet haben (bspw. ein Recording-Programm und gleichzeitig ein Lichtshow), dann kommt ein Laptop früher oder später an die Leistungsreserve. Außerdem lassen sich in einen Desktop PC ohne Aufwand mehrere Festplatten einbauen. Solltest du also den Rechner nicht nur für eine bestimmte Anwendung (z.B. als DJ) benötigen, lautet meine Empfehlung: Stelle dir einen Desktop PC zusammen und der Geldbeutel wird es dir auf längere Sicht danken. 🙂

Beim Gehäuse empfehle ich Dir eine 19 Zoll Variante. Diese oft als „Server“ betitelten Gehäuse sind perfekt, da sie sich in einem Rack fest verschrauben lassen. Es gibt sogar Maus- und Tastatur-Auszüge sowie Monitor-Schubladen separat zu erwerben. In einen solchen Auszug passt allerdings nur ein kleiner Monitor hinein. Die sind schon dermaßen Oldschool, da muss wohl der Gebrauchtmarkt herhalten. Dies gilt übrigens auch für einen DVD-Brenner, welcher sinnvoll ist um das stolz aufgenommene Demo zu brennen oder einen Lieblingssong zu digitalisieren. Für das Recording würde ich auf zwei Monitore mit mindestens 24 Zoll Bilddiagonale gehen. Die Reaktionszeit und die Farbwiedergabe des Monitors sind für einen Musiker nicht relevant. Matte TFT-Monitore sind besser als Glänzende, um das Spiegeln zu minimieren. Ähnlich dem eines Business-Monitors, was er übrigens idealerweise auch einmal werden sollte. Aber das ist bei Musikern generell ja eher ein Problem. 🙂

Das Netzteil sollte genug Leistung haben, aber ein Überdimensioniertes ist nicht notwendig. Wichtig ist, dass es möglichst leise ist. Es gibt welche, die komplett passiv kühlen oder sich die Kühlung ausschalten lässt. 650 Watt reichen aus. Bei den Lüftern solltest du die im Case mitgelieferten ganz schnell austauschen. Wir wollen einen leisen Rechner, der nicht permanent noch für eine Geräuschkulisse beim Aufnehmen sorgt. Da die Farbe und irgendwelche LED- Spielereien bei einem Musik-Rechner komplett schnuppe sind, lautet die Empfehlung kotzbraune Noctua-Lüfter einzubauen. Diese haben eine überragende Kühlleistung bei dem leisesten Lärm, den herkömmliche Lüfter produzieren können. Eine Dämmung des Gehäuses mit einer selbstklebenden Dämmatte kann ebenfalls sinnvoll sein, kostet allerdings oft den letzten Nerv. 🙂

Der Prozessor ist das Herzstück des Herzstücks. Je schneller, desto besser. Aus Preis- / Leistungs-Gründen reicht die gute Mittelklasse CPU aber allemal. Das kann auch gerne ein etwas günstigerer AMD-Prozessor sein. Bei der Auswahl des Mainboards musst du auf die Kompatibilität zur CPU achten. Innerhalb eines Herstellers kann auch ein etwas älteres Mainboard mittels BIOS-Update zu der CPU kompatibel gemacht werden. Schaut euch hierzu im Internet um. Bezüglich der Ausstattung sind üppige USB- Schnittstellen und mindestens zwei PCIe (PCI – Express mit 16 x Geschwindigkeit) wünschenswert. Ich persönlich würde zusätzlich noch auf einen M.2-Steckplatz achten, der für überragende Festplatten-Geschwindigkeiten sorgt. Bei den USB-Schnittstellen sind USB 3.0 toll, die meisten Audio-Interfaces können allerdings ohnehin nur USB 2.0.

Beim Arbeitsspeicher sind 16 GB RAM unbedingt notwendig. Bei vielen VST-Instrumenten und größeren Sound-Libraries sogar mindestens das Doppelte. Bigger ist eben doch better. Aber hey, das Schöne ist, dass sich der RAM unkompliziert aufrüsten lässt. 🙂 Die Festplatten sollten schnell und groß sein. Umso höher die Aufnahmequalität, umso schnellere Festplatten sind vonnöten. SSD Festplatten (Halbleiterlaufwerk) sind also Pflicht, die vorher beschriebene M.2 sogar noch besser. Bei einer Aufnahme landen wir schnell bei bis zu 6 GB an Datenmenge! Zudem sind SSDs und M2s nicht anfällig für Erschütterungen, da keine Lese-/Schreibköpfe existieren. Natürlich lassen sich mit der Zeit weitere SSDs einbauen, um die Speicherkapazität zu erhöhen. Plane idealerweise eine Festplatte nur für deinen Audio – Content ein. Es sei hier nochmals explizit auf meinen Artikel zur Datensicherung mittels eines NAS verwiesen. 🙂

Selbstverständlich reicht für den Anfang die Onboard-Grafikkarte aus. Es gibt keine besonderen Herausforderungen für die visuelle Darstellung auf einem Musik PC. Trotzdem kann eine Standard-Grafikkarte sinnvoll sein, sofern diese zwei Monitoranschlüsse (für die oben beschriebene Recording-Lösung mit zwei Monitoren) hat. PCIe – Geschwindigkeit und passive Kühlung sind Pflicht. Wir wollen ja leise arbeiten, damit wir laut rocken können. 🙂 Zu guter Letzt legst du einen angenehmen Bastel-Nachmittag ein, besorgst die die benötigte Software (Windows und eine DAW) und schaltest genüßlich dein neues Heart & Brain ein! 🙂

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